Medikamente in der Schwangerschaft

Medikamente während der Schwangerschaft, sollte für jede werdende Mutter ein wichtiges Thema sein, denn einige Präparate sind notwendig und hilfreich, hingegen andere die Gesundheit und Entwicklung deines Kindes schaden können. Deswegen sollte jede Anwendung von Medikamenten – egal ob Schmerzmittel, Nasenspray oder Antibiotika – gut überlegt sein.

 

1. So wenig, wie möglich

In deiner Schwangerschaft solltest du, wenn möglich, keine Medikamente zu dir nehmen. Hierzu gehören auch rezeptfreie Präparate. Der Grund: Die Wirkstoffe gelangen über dein Blut zu deinem Kind. Manche der Inhaltsstoffe von Medikamenten können schlimme Entwicklungsstörungen mit sich führen. Hingegen andere Präparate noch kaum erforscht sind und somit noch nicht feststeht, wie diese im Mutterleid auf das Kind wirken.

Ausgenommen hiervon sind natürlich medizinisch notwenige Arzneimittel, aufgrund von chronischen psychischen oder körperlichen Erkrankungen, wie zum Beispiel Depressionen, Asthma oder Diabetes. Sobald die werdende Mutter von ihrer Schwangerschaft weiß, sollte diese ihren Arzt/ ihre Ärztin konsultieren und über die weitere Einnahme dieser Medikamente und ggf. Alternativen aufgeklärt werden.

 

2. Schmerzmittel während der Schwangerschaft

In den ersten 12 Wochen deiner Schwangerschaft birgt die Acetylsalicylsäure (ASS), welche gegen leichte bis starke Schmerzen, sowie Fieber hilft, keine Risiken für dein Ungeborenes. Gerade um deinen Geburtstermin herum sollte ASS nicht eingenommen werden, da dies die Wehentätigkeit vermindert. Des Weiteren kann ASS während der Entbindung zu einem erhöhten Blutverlust führen.

Gegen Fieber und/ oder leichte bis mäßige Schmerzen sollte in der Schwangerschaft auf Paracetamol-haltige Medikamente zurückgegriffen werden, da diese keine nachweislichen Auswirkungen auf das Ungeborene haben oder das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen, wenn diese in der empfohlenen Dosierung eingenommen werden. Jedoch sollte auch die Einnahme von Paracetamol-haltige Medikamenten mindestens 30 Tage vor der Entbindung eingestellt werden, da dänische und norwegische Studien zeigen, dass neuronale Entwicklungsstörungen auftreten könnten.

Ibuprofen darf bis zur 27. Schwangerschaftswoche genommen werden. In der Zeit danach sollte jedoch darf verzichtet werden, da es zu einer vorzeitigen Umstellung des kindlichen Kreislaufs kommen kann. Folgen können eine verringerte Fruchtwassermenge sein, was bei der Geburt zu Problemen führen kann.

Bei einer Migräne dürfen Schwangere auf Sumatriptan zurückgreifen. Codein dafür nur bei sehr starken Schmerzen und unter einer ärztlichen Überwachung mit Ultraschallkontrolle des Kindes verabreicht werden.

 

3. Nasenspray – ungefährlich oder nicht?

Einen Schnupfen bekommen wir meist mehrmals im Jahr. Viele von uns greifen dann schnell zum Nasenspray, doch Schwangere und Stillende sollten hierbei einige Dinge beachten:

Schwangere und Stillende sollten lediglich Sprays auf Meerwasserbasis verwenden. Diese befeuchten eure Nasenheimhaut, fördern das Abfließen des Nasensekrets und aktivieren den natürlichen Nasen-Reinigungsmechanismus.

Weiterhin sind Nasensprays auf Dexpanthenol-Basis erlaubt. Diese unterstützen deine trockene und/oder gereizte Nasenschleimhaut.

In den ersten 12 Wochen deiner Schwangerschaft können auch Sprays mit dem Wirkstoff Oxymetazolin verwendet werden, ohne dass dieser deinem Embryo schadet. Eine zu hohe Dosierung kann jedoch zu einer Verengung der Gebärmuttergefäße führen. Die Folge ist eine vermindert durchblutete Plazenta, wodurch es beim Baby zu einer geringen Sauerstoffsättigung kommt und der Herzschlag verlangsam wird. Deshalb sollten Oxymetazolin-Nasensprays nur kurzzeitig verwendet werden.

 

4. Antibiotika in deiner Schwangerschaft

Auch Schwangere und Stillende können Antibiotika einnehmen, wenn dies notwendig ist. Zur Einnahme bieten sich folgende Antibiotikastoffe an: Penicillin V, Amoxicillin. Zudem Penicillin G und Ampicillin, als Infusion. Und Antibiotika gegen Tuberkulose, sowie Antibiotika aus den Gruppen der Makrolide und Cephalosporine. Hier besteht kein Fehlgeburtenrisiko.

 

5. Grippeschutzimpfung in der Schwangerschaft

Einige Menschen sehen die Themen (Grippe-) Impfung und Schwangerschaft skeptisch entgegen. Jedoch ist eine Grippeschutzimpfung für Schwangere von Vorteil, da durch die körperliche Belastung ihrer Schwangerschaft ihr Immunsystem geschwächt ist und ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht. Wenn Schwangere an einer Grippe erkranken, dann ist dies nicht nur für sie selbst gefährlich, sondern auch für ihr Ungeborenes. Eine Grippe während der Schwangerschaft, kann bei einem schweren Verlauf zu einer Lungenentzündung führen. Des Weiteren profitieren Neugeborenen sogar von der Grippeimpfung, denn die Antikörper werden durch die Plazenta an dein Baby weitergegeben. Neugeborene haben vor allem in den ersten Monaten wenig Schutz vor Infektion, wobei die Impfung helfen kann.

Seit 2010 empfehlt die Impfkommission die Grippeimpfung während der Schwangerschaft. Schwangere sollten sich demnach ab dem 4. Schwangerschaftsmonat impfen lassen. Schwangere, welche an chronischen Krankheiten leiden, wie Diabetes, Asthma oder Bluthochdruck sollten sich bereits im ersten Trimester impfen.

Eine Impfung während der Schwangerschaft bietet kein Grund zur Sorge. Man sollte allerdings gesund sein ein eine Erkrankung bis zum Schluss abklingen lassen.

 

6. Bei Unsicherheiten zu Medikamenten: Immer zuerst den Arzt/ die Ärztin fragen!

Vor allem in der Schwangerschaft gilt: so wenig Medikamente wie möglich. Bei kleineren und banalen Beschwerden sollten Schwangere und Stillende lieber zu Hausmitteln greifen. Solltest du dir bei einigen Medikamenten, bezüglich der Sicherheit deines Kindes unsicher sein, dann hole dir vorerst fachlichen Rat von deinem Arzt/ deiner Ärztin.

 

 

Quellen:
https://www.netdoktor.de/schwangerschaft/medikamente-in-der-schwangerschaft/
https://www.embryotox.de/
https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/schwangerschaft-und-geburt/medikamente-waehrend-der-schwangerschaft-und-stillzeit-2009498

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